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Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern - ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!
Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte "Briefe gegen das Vergessen". Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die "Briefe gegen das Vergessen" wirken durch ihre enorme Anzahl.
Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen!

Zeynab Jalalian: © Chou yi for Amnesty International Taiwan

ZEYNAB JALALIAN

Die iranischen Behörden verweigern der iranisch-kurdischen Gefangenen Zeynab Jalalian vorsätzlich eine fachärztliche Behandlung, obwohl sich ihr Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert. Sie leidet unter anderem an einer Herzkrankheit und einer schwerwiegenden Zahninfektion. Außerdem läuft sie Gefahr, ihr Augenlicht zu verlieren. Dieses Vorgehen kommt Folter gleich.
Zeynab Jalalian wird im Gefängnis von Choy in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan festgehalten.
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Golrokh Ebrahimi Iraee und Arash Sadeghi: © Privat

ARASH SADEGHI

Der iranische Menschenrechtsverteidiger und gewaltlose politische Gefangene Arash Sadeghi befindet sich seit über zwei Jahren im Gefängnis und verbüßt dort zwei Haftstrafen von insgesamt 19 Jahren. Er wurde allein wegen seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit für schuldig befunden, unter anderem in Zusammenhang mit der Weiterleitung von Informationen zur Menschenrechtslage im Iran an Amnesty International.
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Der Gewerkschafter Ismail Abdi: © Privat

ISMAIL ABDI

Der Gewerkschafter Ismail Abdi verbüßt seit Juni 2015 eine sechsjährige Freiheitsstrafe im Teheraner Evin-Gefängnis. Er ist Mathematiklehrer und war früher leitender Sekretär der Lehrergewerkschaft (ITTA) in Teheran. Ismail Abdi wurde erstmals am 27. Juni 2015 von den Revolutionsgarden festgenommen und 40 Tage lang ohne Zugang zu seinem Anwalt in Einzelhaft gehalten. Man wollte ihn dazu bringen, seine Gewerkschaftstätigkeit aufzugeben und die landesweit geplanten Lehrer_innen-Demonstrationen abzusagen.
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Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Atena Daemi: © privat

ATENA DAEMI UND WEITERE MENSCHENRECHTSVERTEIDIGER_INNEN

Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee sind gewaltlose politische Gefangene im Teheraner Evin-Gefängnis. Omid Alishenas wurde am 15. Juli unter Auflagen freigelassen, könnte aber jederzeit wieder inhaftiert werden. Die 29-jährige Atena Daemi verbüßt nach einem unfairen Verfahren wegen konstruierter Vorwürfe eine siebenjährige Haftstrafe. In dem 15-minütigen Verfahren standen noch zwei weitere Aktivist_innen, darunter auch Omid Alishenas, unter Anklage. Der 33-Jährige wurde wegen „Beleidigung des Obersten Religionsführers“ zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der 30-jährige Arash Sadeghi verbüßt wegen fadenscheiniger Vorwürfe wie „Verbreitung von Propaganda gegen die Regierung“ eine 19-jährige Haftstrafe. Seine Frau, die 36-jährige Golrokh Ebrahimi Iraee, wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
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Ein weiterer Brief gegen das Vergessen zu den beiden Menschenrechtsverteidigerinnen ist nun auf der Webseite der deutschen ai-Sektion geschaltet in deutscher Sprache:
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Narges Mohammadi: © Amnesty International

NARGES MOHAMMADI

Narges Mohmmadi ist eine Menschenrechtlerin, die wegen ihres Engagements zu insgesamt 16 Jahren Haft verurteilt wurde. Sie ist Journalistin und war Geschäftsführerin und stellvertretende Leiterin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger (Center for Human Rights Defenders - CHRD) in Teheran. Während der Zeit ihres Engagements beim CHRD war sie auch Mitbegründerin der Initiative „Ende der Hinrichtung von Jugendlichen“ und des Nationalen Friedenskomitees und des Komitees für freie und faire Wahlen.
Narges Mohammadi ist schwer krank. Sie leidet an einer Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in ihren Lungen) und an einer neurologischen Erkrankung, die zu Krampfanfällen und Lähmungserschei- nungen führt. Sie benötigt eine permanente fachärztliche Behandlung, die im Gefängnis nicht möglich ist.
Aus Protest gegen die anhaltende Weigerung der Behörden, ihr telefonischen Kontakt mit ihren Kindern zu erlauben, trat sie am 27. Juni 2016 in den Hungerstreik. Nachdem ihr ein 30-minütiges Telefonat mit ihren Kindern gestattet wurde, beendete sie am 16. Juli ihren Hungerstreik.
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