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Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern - ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!
Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte "Briefe gegen das Vergessen". Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die "Briefe gegen das Vergessen" wirken durch ihre enorme Anzahl.
Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen!

Der Gewerkschafter Ismail Abdi: © Privat

ISMAIL ABDI

Der Gewerkschafter Ismail Abdi verbüßt seit Juni 2015 eine sechsjährige Freiheitsstrafe im Teheraner Evin-Gefängnis. Er ist Mathematiklehrer und war früher leitender Sekretär der Lehrergewerkschaft (ITTA) in Teheran. Ismail Abdi wurde erstmals am 27. Juni 2015 von den Revolutionsgarden festgenommen und 40 Tage lang ohne Zugang zu seinem Anwalt in Einzelhaft gehalten. Man wollte ihn dazu bringen, seine Gewerkschaftstätigkeit aufzugeben und die landesweit geplanten Lehrer_innen-Demonstrationen abzusagen.
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Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Atena Daemi: © privat

ATENA DAEMI UND WEITERE MENSCHENRECHTSVERTEIDIGER_INNEN

Atena Daemi, Arash Sadeghi und Golrokh Ebrahimi Iraee sind gewaltlose politische Gefangene im Teheraner Evin-Gefängnis. Omid Alishenas wurde am 15. Juli unter Auflagen freigelassen, könnte aber jederzeit wieder inhaftiert werden. Die 29-jährige Atena Daemi verbüßt nach einem unfairen Verfahren wegen konstruierter Vorwürfe eine siebenjährige Haftstrafe. In dem 15-minütigen Verfahren standen noch zwei weitere Aktivist_innen, darunter auch Omid Alishenas, unter Anklage. Der 33-Jährige wurde wegen „Beleidigung des Obersten Religionsführers“ zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der 30-jährige Arash Sadeghi verbüßt wegen fadenscheiniger Vorwürfe wie „Verbreitung von Propaganda gegen die Regierung“ eine 19-jährige Haftstrafe. Seine Frau, die 36-jährige Golrokh Ebrahimi Iraee, wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
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Ein weiterer Brief gegen das Vergessen zu den beiden Menschenrechtsverteidigerinnen ist nun auf der Webseite der deutschen ai-Sektion geschaltet in deutscher Sprache:
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Der Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt: © Private

ABDOLFATTAH SOLTANI

Der Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani musste am 7. Juni 2016 in das Teheraner Evin-Gefängnis zurückkehren, nachdem er wegen des Todes seiner Mutter vorübergehend entlassen worden war. Er verbüßt derzeit eine 13-jährige Haftstrafe, zu der er wegen seiner Menschenrechtsarbeit verurteilt wurde. Der gewaltlose politische Gefangene wird im Gefängnis nicht angemessen medizinisch versorgt. Seine Ärzte befürchten, dass er einem erhöhten Herzinfarktrisiko ausgesetzt ist.
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Narges Mohammadi: © Amnesty International

NARGES MOHAMMADI

Narges Mohmmadi ist eine Menschenrechtlerin, die wegen ihres Engagements zu insgesamt 16 Jahren Haft verurteilt wurde. Sie ist Journalistin und war Geschäftsführerin und stellvertretende Leiterin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger (Center for Human Rights Defenders - CHRD) in Teheran. Während der Zeit ihres Engagements beim CHRD war sie auch Mitbegründerin der Initiative „Ende der Hinrichtung von Jugendlichen“ und des Nationalen Friedenskomitees und des Komitees für freie und faire Wahlen.
Narges Mohammadi ist schwer krank. Sie leidet an einer Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in ihren Lungen) und an einer neurologischen Erkrankung, die zu Krampfanfällen und Lähmungserschei- nungen führt. Sie benötigt eine permanente fachärztliche Behandlung, die im Gefängnis nicht möglich ist.
Aus Protest gegen die anhaltende Weigerung der Behörden, ihr telefonischen Kontakt mit ihren Kindern zu erlauben, trat sie am 27. Juni 2016 in den Hungerstreik. Nachdem ihr ein 30-minütiges Telefonat mit ihren Kindern gestattet wurde, beendete sie am 16. Juli ihren Hungerstreik.
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Zeynab Jalalian

Zeynab Jalalian verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis von Kermanshah im Westen des Iran. Die Gefangene gehört der kurdischen Minderheit im Iran an. Sie läuft Gefahr, ihr Augenlicht zu verlieren und muss dringend medizinisch behandelt werden. Die iranischen Behörden verweigern ihr diese Behandlung jedoch und setzen sie derzeit unter Druck.
Zeynab Jalalian wurde im Januar 2009 vor dem Revolutionsgericht von Kermanshah wegen "Feindschaft zu Gott" (moharebeh) zum Tode verurteilt. Die Verurteilung steht mit ihrer mutmaßlichen Mitgliedschaft in der bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe "Partei für ein freies Leben in Kurdistan" (Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê - PJAK) in Zusammenhang.
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