Amnesty International Iran Koordinationsgruppe

Impressum | Login

Iran Koordinationsgruppe

StartseiteDrohende Hinrichtungen

Foto: © amnesty.de

19.09.2013

Drohende Hinrichtungen!

Der iranische Oberste Gerichtshof hat die Todesurteile von vier sunnitischen Männern bestätigt, die der kurdischen Minderheit im Iran angehören. Ihnen droht damit unmittelbar die Hinrichtung. Alle Männer sollen in der Haft gefoltert oder anderweitig misshandelt worden sein, und ihnen wurde kein Rechtsbeistand gewährt.

Hintergründe

Am 14. November 2010 wurden Jamshid Dehghani und sein jüngerer Bruder Jahangir Dehghani sowie Hamed Ahmadi und Kamal Molayee von der Abteilung 28 des Teheraner Revolutionsgerichts in einem Verfahren ohne Rechtsbeistand zum Tode verurteilt. Sie waren wegen vage formulierter Vergehen wie "Feindschaft zu Gott" (moharebeh) und "Verdorbenheit auf Erden" (ifsad fil-arz) für schuldig befunden worden. Allen vier Männern wurde kürzlich mitgeteilt, dass ihre Todesurteile vor dem Obersten Gerichtshof aufrechterhalten worden sind und ihr Fall an die Vollstreckungsbehörde übergeben wurde, die offizielle Stelle zum Vollzug von Hinrichtungen. Ein Gefängnisbeamter hat ihnen inoffiziell mitgeteilt, dass ihre Hinrichtungen in den nächsten Tagen stattfinden sollen.

Alle vier Männer wurden im Juni und Juli 2009 von Männern in Zivilkleidung, vermutlich Angehörigen des Geheimdienstministeriums, festgenommen und zu einer Hafteinrichtung in Sanandadsch in der Provinz Kordestan gebracht, die dem Geheimdienstministerium untersteht. Sie wurden bis Februar 2011 in Sanandadsch und Hamadan im Westiran in Einzelhaft gehalten und dann in das Raja'i Shahr-Gefängnis in Karaj nahe Teheran verlegt.

Jamshid Dehghani, Jahangir Dehghani, Hamed Ahmadi und Kamal Molayee sowie sechs weiteren Männern wurde vorgeworfen, am 17. September 2009 einen den Behörden nahestehenden hochrangigen sunnitischen Geistlichen ermordet zu haben. Die Männer weisen jede Beteiligung an der Ermordung von sich und geben an, dass sie bereits einige Monate vor der ihnen vorgeworfenen Tat festgenommen und inhaftiert wurden. Amnesty International vorliegenden Informationen zufolge wurden die Männer in der Untersuchungshaft gefoltert und anderweitig misshandelt. Man hat ihnen die Festnahme von Familienangehörigen angedroht, und sie wurden gezwungen, Dokumente zu unterschreiben, die sie nicht lesen durften.

Hier finden Sie die Eilaktion: Urgent Action - www.amnesty.de

Hier finden sie die zunächst auf Englisch verfügbare Pressemeldung: Press release - www.amnesty.org

  • Hauptseite ai Deutschland: