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© picture alliance/dpa/Jens Kalaene

14.02.2012

Filmemacher unter Druck

Filmschaffende sind im Iran in den vergangenen Jahren verstärkt zur Zielscheibe von Unterdrückung und Repressalien geworden. Ihre Arbeit unterliegt einer strengen Zensur. Regisseure, deren Filme sich kritisch mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Iran auseinandersetzen, aber auch Schauspieler und andere Filmschaffende werden inhaftiert, vor Gericht gestellt und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Einige von ihnen mussten ihre Haftstrafen in der Vergangenheit zwar nicht antreten. Aber das Risiko der Vollstreckung der rechtskräftigen Urteile hängt wie ein Damoklesschwert über ihnen. Auch mit Berufs- und Ausreiseverboten wird versucht, Filmschaffende zum Schweigen zu bringen.

Seit 2011 werden Mitarbeiter der iranischen Filmindustrie verstärkt unterdrückt und schikaniert. Sie laufen zunehmend Gefahr, festgenommen und ins Gefängnis überstellt zu werden. So wurden die Dokumentarfilmer und Regisseure Hadi Afarideh, Naser Saffarian, Mohsen Shahrnazdar, Mojtaba Mir Tahmasb und Mehran Zinatbakhsh sowie die Filmproduzentin Katayoun Shahabi Mitte September festgenommen und inhaftiert. Kurz vor den Festnahmen hatte das persische Programm der BBC einen Dokumentarfilm über den Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei ausgestrahlt. Die sechs inhaftierten Filmschaffenden hatten Teile ihrer Arbeit an die BBC verkauft.

Bis Ende 2011 wurden die sechs nach und nach freigelassen. Am 25. September gab der Geheimdienst jedoch im staatlichen Fernsehen bekannt, dass weitere Personen zur Befragung vorgeladen worden seien, die der Zusammenarbeit mit dem persischen BBC-Programm verdächtigt würden. Auch im Iran lebende Familienmitglieder und Freunde von BBC-Mitarbeitern in Großbritannien wurden von den Behörden schikaniert.

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