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7 Bahá'í: © Privat

18.04.2011

Wegen ihrer Religion zu 20 Jahren Haft verurteilt: 7 leitende Angehörige der Bahá'í

Die fünf Männer und zwei Frauen sind führende Mitglieder der Bahá'í-Gemeinschaft im Iran. Sie wurden vor zwei Jahren inhaftiert und am 7. August 2010 wegen „Spionage für Israel“, „Verletzung religiöser Gefühle“ und „Propaganda gegen das System“ von einem Revolutionsgericht in Teheran zu 20 Jahren Haft verurteilt. Im September 2010 wurde diese Strafe auf 10 Jahre reduziert, aber im weiteren Berufungsverfahren im März 2011 wieder auf 20 Jahre erhöht. Amnesty International kritisiert immer wieder die Revolutionsgerichte wegen der Missachtung der internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren. Die Bahá'í-Mitglieder sind gewaltlose politische Gefangene, die nur wegen ihrer religiösen Überzeugung gefangen gehalten werden.

Frau FARIBA KAMALABADI TAEFI (auf dem Foto links stehend), Hausfrau
Herr VAHID TIZFAHM (zweiter von links, stehend), Augenoptiker
Herr JAMALODDIN KHANJANI (dritter von links, stehend), Geschäftsmann
Herr AFIF NAEIMI (vierter von links, stehend), Industrieller
Herr BEHROUZ TAVAKKOLI (links sitzend), Dozent
Herr SAEID REZAEI (rechts sitzend), Ingenieur
Frau MAHVASH SABET (rechts stehend), ehemalige Lehrerin

Mahvash Sabet, die Sekretärin der Koordinierungsgruppe, befindet sich bereits seit dem 5. März 2008 in Haft. Die anderen wurden am 14. Mai 2008 festgenommen. Drei der sieben genannten Personen - Fariba Kamalabadi Taefi, Behrouz Tavakkoli und Jamaloddin Khanjani - waren zuvor schon wegen ihrer Tätigkeiten für die Gemeinschaft der Baha'i festgenommen worden.

Verschiedene Male wurde ihre Gerichtsverhandlung verschoben. Selten wurden ihren Anwälten Besuche erlaubt, anfänglich wurden sie sogar verweigert. Eine ihrer Verteidigerinnen, die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi, kann seit Juni 2009 nicht mehr in den Iran zurückkehren.

Die Religionsgemeinschaft der Bahá'í wurde vor 150 Jahren gegründet und hat sich seither auf der ganzen Welt verbreitet. Seit der Ausrufung der Islamischen Republik Iran wird die Bahá'í-Gemeinde systematisch drangsaliert und verfolgt. Die Bahá'í-Religion ist in der iranischen Verfassung nicht anerkannt. Die Bahá'ís haben keinen gesetzlich garantierten Schutz. Die iranischen Behörden verweigern ihnen gleiche Rechte bei der Erziehung, der Arbeit und einem angemessenen Lebensstandard. Sie schränken den Zugang zur Erwerbstätigkeit ein und zum Bezug von Renten. Darüber hinaus dürfen die Bahá'í sich weder versammeln noch religiöse Feiern abhalten.

Hier finden Sie eine im November 2012 aktualisierte Petition zur Unterstützung der betroffenen Bahá'í - PDF, 68 kB

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